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Tipps für den eigenen Swimmingpool im Garten

Jedes Jahr in den Sommermonaten steigt die Zahl der Grundstückseigentümer, die sich ihren eigenen Pool im Garten wünschen. Nicht nur das angenehme Gefühl des erfrischenden Bades gibt den Anstoß dazu. Vielmehr ist es auch die Auswahl zwischen den vielen Möglichkeiten, die heutzutage vielen Menschen den Poolbau mit überschaubaren Mitteln ermöglicht.




Es ist jedoch wie überall – am Beginn steht eine ausführliche Vorbereitung und Planung. Ein Pool ist ein feststehendes Bauwerk und Baufehler lassen sich später nur mit unverhältnismäßig großem Aufwand beseitigen. Welche Dinge müssen deshalb in jede vorbereitende Planung einfließen.

Die Auswahl nach der Grundstückgröße

Sicher ist es möglich, die gesamte verfügbare Gartenfläche lediglich mit einem Pool auszustatten, der bestenfalls von einer Hecke umgeben ist. In der Praxis werden diese Poolfreunde jedoch später einsehen, dass sie sich ihren Garten auch angelegt haben, um sich an Blumenrabatten, Ziersträuchern oder frischem Gemüse und Obst zu erfreuen.
Im Gegensatz dazu ist der Pool in einer riesigen Gartenfläche deplatziert, dessen Grenze bereits nach zwei Schwimmzügen erreicht ist. Diesen Pool später zu erweitern, ist nochmals mit hohen Kosten verbunden.
Deshalb sollte der Pool, gleich welcher Größe, immer im Verhältnis zur verfügbaren Fläche stehen. Pro einhundert Quadratmeter Gartenfläche sind dies circa 10 bis 15 Prozent als Empfehlung. Ab einer Gartengröße von mehr als vierhundert Quadratmetern verringert sich dieser Wert selbstverständlich.

Gartenpool

Gartenpool ©iStockphoto/kevin kane

Die Auswahl nach der Bauart

Zahlreiche Hersteller bieten heute Fertigpools. Sie lassen sich in eingeschränktem Rahmen bei der Anfertigung in ihrer Form gestalten und sind schnell aufgebaut. Ihr GFK-Material besitzt eine lange Lebensdauer und bei fachgerechter Poolpflege werden sich ihre Besitzer über viele Jahre an ihrer Wohlfühloase erfreuen. Ihr Nachteil besteht in der Tatsache, dass sie selbst bei bester Ausstattung und umgebender Gestaltung immer künstlich wirken. Ihr Erscheinungsbild steht im krassen Gegensatz zu einer natürlichen Gartengestaltung.
Eine weitere Möglichkeit besteht in der Betonbauweise, zu der von der Schalungssteinmethode bis zum Spritzbeton mehrere Möglichkeiten bestehen. Solche Pools können bei fachgerechter Bauausführung die Qualität einer weißen Wanne, also eines Betons ohne zusätzlicher Abdichtung, erreichen. Trotzdem werden sie fast immer innen gefliest und bekommen damit ihr schönes Aussehen. Bereits beim Bau können Griffmulden, Überlaufrinnen, Treppen etc. mit eingearbeitet werden, die dem Pool ein solides Erscheinungsbild geben. Der Bau solcher Pools besteht in der zeitaufwendigen und teuren Bauweise. Wer sich zur Ausführung als weiße Wanne oder mit Spritzbeton entscheidet, kann diese nur von einer zertifizierten Fachfirma ausführen lassen.
Die komfortabelste Form ist die des Naturpools oder auch Gartenschwimmteiches. Er wird aus Teichfolie mit untergelegtem Vlies in einer natürlich gestalteten Baugrube errichtet und mit bepflanzten Uferzonen umgeben. Ihren Bau können versierte Heimwerker mit kompletter Eigenleistung umsetzen und sie sind deshalb, im Verhältnis zur Größe gesehen, preiswert. Die Einschränkung bezüglich der Größe beruht auf der Tatsache, dass Naturpools oder Schwimmteiche durch die flach abfallenden Böschungen immer größer sein müssen als künstliche Pools mit senkrechten Seitenwänden. Der Naturpool fügt sich in das natürliche Ambiente eines Gartengeländes als bereicherndes Element ein und wirkt nicht künstlich angelegt. Vielmehr beleben seine Uferbepflanzung und die in diesem Biotop vorhandenen Lebewesen die natürliche Umgebung. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass besonders große Schwimmteiche ab einem gewissen Wasservolumen selbstreinigend sind. Die Regel ist dennoch eine Filteranlage.

Die räumliche Lage des Pools

Bei der Wahl des Standortes für den Pool entscheiden bereits wenige Grundregeln über Erfolg oder Misserfolg. Pools können direkt an das Haus angebaut werden oder sich frei im Gelände befinden. Diese Auswahl beeinflusst wesentlich die Ausrichtung nach dem Sonnenlicht. Jeder Pool sollte selbstverständlich täglich mehrere Stunden vom Sonnenlicht beheizt werden. Ein solcher Standort erspart in den Übergangszeiten eventuelle zusätzliche Beheizung und das Badevergnügen in der Sonne ist wesentlich angenehmer. Deshalb ist eine Ausrichtung in südwestlicher Richtung optimal, wenn der Pool direkt an das Haus angebaut wird. Vom Vormittag bis in die späten Abendstunden hinein können seine Benutzer das Bad in der Sonne genießen. Der Pool sollte sich niemals in der Nähe hoher Bäume befinden. Verwelkende Blütenstände im Frühjahr und fallende Blätter im Herbst verunreinigen das Poolwasser erheblich und auffliegende Vögel geben ihre Hinterlassenschaften in den Pool ab.

Die Windrichtung spielt eine zusätzliche Rolle. Liegt der größte Teil des Gartens in der Hauptwetterrichtung vor dem Pool, werden mit jedem stürmischen Tag Pflanzenreste und abgemähtes Gras in den Pool geweht. Auch sie erfordern eine besonders leistungsfähige Reinigungsanlage. Abhilfe lässt sich jedoch schaffen, indem der Pool auf einer Anhöhe mit einer rasenbewachsenen Böschung angelegt wird.
Der Sichtschutz und die räumliche Trennung zum Nachbarn sind von größerer Bedeutung, als oftmals vor dem Bau angenommen wird. Kinder, aber auch Erwachsene, toben gern im Wasser. Der Nachbar will jedoch seine Ruhe im Garten genießen und ist vielleicht auch ein wenig neidisch auf das Badevergnügen nebenan. Allmählich baut sich ein Streitpotenzial auf und Ärger mit der Nachbarschaft führt immer zu einer Einschränkung der Lebensqualität aller Beteiligten. Deshalb sollte bei der Planung auch dieses Argument bedacht werden und niemand sollte auf seinem Recht der freien Entfaltung bestehen. Der Sichtschutz fügt sich nahtlos in diese Vorplanung ein. Viele Menschen genießen das Bad im heimischen Pool gern unbekleidet und lassen ihren Körper anschließend von der Sonne trocknen. Die Nachbarn können diese Offenheit durchaus als Provokation ansehen. Mit gärtnerischem Geschick gut platzierter Bepflanzung lässt sich ein natürlich angelegter Sichtschutz erzielen. Er bedarf zwar drei bis fünf Jahre des Wachstums, wirkt jedoch viel weitläufiger und angenehmer als die Abgrenzung mit einer Palisadenwand.

Wird für den Poolbau eine Baugenehmigung benötigt?

Im Regelfall ist jeder Pool bis zu einem Fassungsvermögen von 100 Kubikmetern genehmigungsfrei. Wir leben jedoch in einem föderalistischen Land und jedes deutsche Bundesland hat seine eigene Bauverordnung geschaffen. Ähnlich ist es in Österreich. Deshalb sollte immer vor dem Bau eines Pools bei der zuständigen Baubehörde nachgefragt werden und dabei lassen sich gleichzeitig Auskünfte über vorgeschriebene Abstandsflächen zum Nachbargrundstück etc. erfragen.

Was fast paradox klingt, ist jedoch die Tatsache, dass selbst ein genehmigungsfreier Pool vor Baubeginn beim Bauamt angezeigt werden muss. Die gleiche Prozedur bezieht sich auf seine Fertigstellung. Grundstückseigentümer, die einen fertigen GFK-Pool aufstellen lassen, sind oftmals davon ausgenommen, weil sich der Poolbaubetrieb selbst um das Genehmigungsverfahren bemüht. Diese Praxis ist jedoch umstritten, weil sie den Eigentümer nicht aus der Verantwortung entlässt. Ist der Poolbaubetrieb seiner Selbstverpflichtung nicht nachgekommen oder geht er während der Bauzeit in Insolvenz, haftet der Eigentümer.

Der eigene Swimmingpool und rechtliche Sicherungspflicht

Jeder Grundstückbesitzer ist für den Pool auf seinem Gelände verantwortlich. Eine oftmals angebotene Bauherrenhaftpflichtversicherung während der Bauzeit ist nicht gesetzlich vorgeschrieben und liegt im Ermessen des Bauherren. Für die Sicherung seines Pools nach der Fertigstellung ist er jedoch in jedem Fall haftbar. Sie bezieht sich vorrangig auf die Absicherung durch einen geeigneten Zaun oder eine Abdeckung, damit Kleinkinder nicht in den Pool fallen können. Gegen eine solche Katastrophe hilft auch nicht das Schild am Zaun „Eltern haften für ihre Kinder“, wenn sich Nachbars Kinder unberechtigten Zutritt geschaffen haben. Ertrinkende Hunde, Katzen etc. sind davon genauso betroffen.

Poolpflege und Reinigung

Die einzige Ausnahme zur Erfordernis der Wasserbehandlung des Pools bilden außergewöhnlich große, selbstreinigende Schwimmteiche. Alle anderen Swimmingpools benötigen eine effizient arbeitende Filteranlage und ihr Poolwasser muss mit geeigneten Mitteln so behandelt werden, dass es nicht gesundheitsschädlich sein kann. Der einfachste Schutz vor Verunreinigungen besteht bereits in der Abdeckung eines Pools oder einer Überdachung. Mit solchen Einrichtungen lässt sich der Eintrag von fallenden Blüten und Blättern, Rasenschnitt und Vogelkot bereits wirkungsvoll verhindern. Dennoch befinden sich bei jeder Benutzung immer Schwebeteilchen im Wasser, die durch eine Filteranlage abgesaugt und beseitigt werden müssen. Viele Hersteller bieten dazu Filteranlagen, die von der manuellen elektrischen Betätigung bis hin zum elektronischen Regelungsprogramm diese Aufgabe übernehmen. Wichtig ist vor allem, dass ihre Filter ständig überwacht und bei Bedarf rückgespült werden. Qualitativ hochwertigen Filteranlagen ist immer eine Bedienungsanleitung beigefügt, die dazu individuell Auskunft gibt.

Nach den Vorschriften für Badebecken und in eigenem Interesse muss das Poolwasser entsprechend mit Chlorpräparaten versetzt werden. Sie sorgen dafür, dass Bakterien im Wasser abgetötet werden, bevor sie gesundheitliche Schäden verursachen. Der Traum vom „Schwimmen mit Fischen“ ist dabei allerdings ausgeträumt, denn Koi & Co. vertragen diese Substanzen nicht. Jeder Pool muss mindestens einmal im Jahr gereinigt werden. Bei Pools, die im Winter nicht beheizt und genutzt werden, geschieht dies meist im Herbst, wenn das Poolwasser abgelassen wird. Das Reinigen der Innenwände sollte jedoch sofort nach dem Ablassen erfolgen, bevor die Rückstände eingetrocknet sind und eine feste Schicht gebildet haben. Nun kommen Schrubber und viel Wasser zum Einsatz. Bei gefliesten Pools dürfen jedoch keine chemischen Reinigungsmittel mit Zitronensäure verwendet werden. Diese Reinigungsprodukte führen zur Beschädigung der Fliesenfugen und der Pool kann undicht werden.

All diese Arbeiten von der Planung bis zur Bepflanzung, Nutzung und Pflege werden mit jedem Monat der Nutzung mehr zur Routine und werden zum festen Bestandteil der Pflege des gesamten Gartengeländes. Das Resultat ist ein uneingeschränktes Badevergnügen über viele Jahre hinweg.