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Kompostierung

Kompostierung, auch teilweise Rotte genannt, spielt im Gartenbau eine nicht unerhebliche Rolle und ist nicht nur für Hobbygärtner ein wirksames Mittel für einen prächtigen Garten. Durch viele unterschiedliche Kleinlebewesen wird organisches Material zersetzt, der wertvolle Kompost entsteht. Mit diesem Endprodukt der Kompostierung werden dann die Nährstoffreserven stark genutzter Böden wieder aufgefüllt bzw. ergänzt.




In vielen Gärten findet sich eine kleine Ecke, die zur Kompostierung von Küchen- und Gartenabfällen genutzt wird. Mit etwas Glück werden diese Haufen dann von Zeit zu Zeit gewendet und liefern dann neue Gartenerde. Will der Hobbygärtner jedoch ein maximales Ergebnis erzielen, sollten etwas Zeit und das entsprechende Know-how mitwirken.

Standort

Wichtig für den Erfolg ist unter anderem die Wahl des Standortes für den Komposthaufen. Der Platz sollte möglichst sauber sein und zentral im Garten liegen. Mitunter ist es wichtig, dass die Kompostmiete an einem windgeschützten Platz oder unter Bäumen liegt, je nach regionalem Klima. Für einen cirka 100 m² großen Garten wird ein ungefähr 3-4 Meter langer Haufen angelegt, dessen Sohle aus gutem Boden bestehend bis zu zwei Meter breit und in der Mitte etwas erhöht ist. Zwei Sohlen wären besser, schon damit sich nicht zuviel Feuchtigkeit ansammeln kann. Liegt der Regenniederschlag unter 850 mm ist keine Gewebeplane zur Abdeckung erforderlich, samenfreier Rasenschnitt als Abdeckung genügt zur Isolation und zum Sonnenschutz. Außerdem fühlen sich die Regenwürmer bei so erreichten ca. 18 Grad in luftiger Lage richtig wohl. Ansonsten sollte bei der Plane auf PVC verzichtet werden.

Kompost

Kompost @iStockphoto/Eirasophie

Die Kompostmiete sollte mit trittfesten Gehwegplatten umrandet werden, nicht nur, weil Regenwürmer sich gerne darunter aufhalten. Außerdem ist das Anlegen einer Wasserstelle und eines zusätzlichen Lagerplatzes für Lehm sinnvoll. Auch ein kleiner Silo wäre möglich.

Mischung

Für ein gutes Ergebnis ist die Mischung des zu kompostierenden Materials sehr wichtig. Insbesondere kommt es darauf an, dass das Verhältnis von Stickstoff und Kohlenstoff zueinander ausgewogen ist. Nur so erhalten die aktiven Mikroorganismen wie u. a. Bakterien und Pilze die notwendige Nahrung. So wie die besonderen Bakterien und Pilze gehören auch Kleinlebewesen wie Würmer und Asseln zu der Gruppe der Saprophagen, die aktiv an der Kompostierung teilhaben und die Struktur bildenden Bestandteile der Pflanzen wie Holz oder Zellulose abbauen. Auch Inhaltsstoffe wie Zucker werden abgebaut. Beim Abbau entstehen wiederum Stoffwechselprodukte, die von weiteren Saprophagen umgesetzt werden. Wichtig bei allem ist die ausreichende Sauerstoffzufuhr. Resultat des ganzen Vorgangs ist die Rückführung der Biomasse in ihre Einzelteile, die dann wiederum höhere Pflanzen als Nähr- bzw. Aufbaustoffe nutzen können.

Die Mischung im Komposthaufen darf grünes und auch trockenes Pflanzenmaterial, unter Umständen auch stark zerkleinertes Astwerk bzw. kleineres Holz und Hobelspäne, Heu und Stroh oder Tierstreu enthalten. Werden gekochte Speisereste bzw. Süßes hinzugefügt, ist die Gefahr groß, Ratten, Hunde oder andere Tiere anzulocken. Außerdem wird sonst zuviel Salz eingebracht. Sinnvoll hingegen ist das Hinzufügen von Kaffeesatz, der sogar Würmer anlockt. So mancher Gärtner kauft noch Regenwürmer dazu, um einen wirklich guten Kompost gewinnen zu können.

Oft genug wird der Komposthaufen aber doch zur Entsorgung des Bioabfalls aus dem Haushalt genutzt. Dennoch darf auch hier nicht alles abgelegt werden. So können zum Beispiel Schalen von Zitrusfrüchten die Entwicklung von Mikroorganismen langfristig behindern. Küchenabfälle sollten auch pestizidfrei sein. Laub sollte zuvor durchwelken, bevor es später aufgesetzt wird. Zur Durchlüftung können Unkräuter und Grünschnitt vermischt mit Reisig genutzt werden. Menschlicher Kot darf lediglich in kleinen Mengen aus 1-2 Jahren vorkompostierten Komposttoiletten hinzugefügt werden.

Aufbau

Nach Möglichkeit sollten die einzelnen Bestandteile des Komposthaufens in Schichten von ungefähr 20 Zentimetern aufgetragen und mit einer ganz dünnen Schicht feinem Kalkmehl abgestreut werden. Das Ganze wird dann mit cirka 200 Gramm/m³ tierischem Mist bzw. tierischen Abfällen wie Horn- oder Knochenmehl abgedeckt. Allerdings sollte hierbei auf mögliche Spuren von Medikamenten geachtet werden. Zum Abschluss wird eine zentimeterdicke Schicht Lehmerde oder verflüssigter Ton bzw. Montmorillonit aufgetragen und durch Klopfen mit einer Mistgabel vermischt. Die so entstandene Pyramide muss nur noch entsprechend befeuchtet werden, weil bei Trockenheit zuviel Wärme entsteht, die allenfalls bei Verdacht auf Mückenlarven oder Unkrautsamen sinnvoll ist. Zuviel Feuchtigkeit führt zu Luftmangel und somit zur Fäulnis.

Zu einem effektiven Komposthaufen gehört eine gute Belüftung, die Fäulnis verhindert und die Produktion von Methan nicht zulässt. Dazu wird in die Mitte vertikal des Komposthaufens eine durchlöcherte, säurebeständige Kunststoffröhre eingebracht. Wichtig ist dabei, dass das Rohr am unteren Ende nach außen eine Verbindung hat, damit die Belüftung gesichert ist. Ein gut angelegter und gepflegter Komposthaufen riecht daher nicht.

Umsetzen

Um den Komposthaufen noch besser zu belüften und aufzulockern, sollte der Komposthaufen einmal im Jahr umgesetzt werden. Im Prinzip dauert eine vollständige Kompostierung cirka 4 Jahre, daher ist es ratsam, gleich vier einzelne Haufen anzusetzen und jeweils den Platz zu wechseln nach dem Bäumchen-wechsle-Dich-Prinzip. Ansonsten lohnt es sich auch den Komposthaufen mit dem Rechen einmal von oben nach unten umzusetzen, wenn die Regenwürmer den Haufen verlassen haben. Im Übrigen dauert im Sommer die Produktion von brauchbarem Wurmhumus je nach dem sechs bis acht Wochen, bevor er dann zum Einsatz kommen und den Pflanzen neue Nährstoffe zuführen kann. Kompost ist ein ausgezeichnetes Düngemittel und Bodenverbesserer mit einem hohen Gehalt an Phosphor und Kalium, der zusätzlich ein guter Wasserspeicher ist.

Alternativen

Im Gartenfachhandel werden oft schon technische Weiterentwicklungen zum guten alten Komposthaufen angeboten, wie zum Beispiel das Kompostiergerät in Holz, Kunststoff oder Edelstahl. Der Thermokomposter zum Beispiel erhöht die Kompostiergeschwindigkeit mittels Wärmeisolierung. Der Wurmkomposter hingegen liefert in einer Kunststofftonne und mit geeigneten Drainagesystemen das optimale Lebensklima für Regenwürmer und somit eine schnelle Umsetzung ohne großes Umstechen.