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Kartoffelsalat

Kartoffelsalat ist der Renner. Schon seit Jahren. Wer kennt sie nicht, die unzähligen Varianten und Macharten, die auf jeder Party zu finden sind. Sei es nun die Gartenparty, der Geburtstag oder die Hochzeitsfeier. Die einfache und schnelle Vorbereitung hat bei Festen auf jeden Fall Vorteile, und es gibt kaum jemanden, der Kartoffelsalat wirklich nicht mag.




Warum erfreut sich der Kartoffelsalat so großer Beliebtheit?

Zum einen ist es natürlich die einfache Zubereitung. Man nehme Kartoffeln, koche Kartoffeln, schneide Kartoffeln, würze Kartoffeln. Fertig. Natürlich ist es nicht ganz so einfach. Zum anderen wird die Kartoffel im Gegensatz zu anderen Salaten in der Sonne nicht welk. Der Salat sieht am Abend noch so frisch aus wie am Morgen. Besser noch. Wenn die Kartoffeln etwas ziehen können, werden sie sogar noch besser. Ein Blattsalat, der den ganzen Tag herumsteht, schmeckt zwar auch intensiver, sieht aber bekanntermaßen nicht mehr wirklich appetitlich aus.

Regionale Besonderheiten

Kartoffelsalat ist nicht nur in Deutschland bekannt. Als Arme-Leute-Essen hat er im Laufe der Jahre eine europaweite Verbreitung erfahren. Von Land zu Land wird er unterschiedlich zubereitet. In Finnland anders als in Frankreich, Spanien oder Polen. Natürlich hängt das mit den regionalen Geschmäckern genauso zusammen wie mit regionalen Angeboten und Temperaturen.

Kartoffelsalat

Kartoffelsalat @iStockphoto/martinturzak

Doch selbst in Deutschland gibt es eine Vielzahl von regionalen Unterschieden, anhand derer man erkennen kann, dass Kartoffelsalat kein langweiliges Gericht ist. Die meisten Rezepte sind alte Familienrezepte und werden von Generation zu Generation weitergegeben.

In Bayern und im Schwabenländle wird Kartoffelsalat traditionell mit lauwarmer Brühe zubereitet. Das hat natürlich den Vorteil, dass der Salat an einem heißen Sommertag nicht gekühlt werden muss. Der Salat kann nicht nur lauwarm sein. Er soll es sogar. Dieser Salat wird auch ohne Mayonnaise angemacht. Denn die verträgt keine Wärme.

In Norddeutschland, wo es oft auch in den Sommermonaten etwas kühler ist, ist Mayonnaise-Variante des Salates zuhause. Während der Salat im Süden eher herzhaft gegessen wird, bevorzugt man im Norden die süße Machart. Dazu werden in den Salat Apfelstückchen hineingeschnitten. Sehr lecker, aber definitiv Geschmackssache.

Mitten in Deutschland finden wir einen kulturellen Schmelztiegel – den Ruhrpott. Dort kommen alle Varianten zusammen. Man findet hier den Kartoffelsalat, der herzhaft und ohne Äpfel zubereitet wird, aber mit Mayonnaise. Ebenso findet man hier Ableger aller anderen Varianten, aber traditionell wird im Ruhrpott wohl eher der erstgenannte Kartoffelsalat mit Mayo und Gürkchen verspeist.

Familienrezept aus Dänemark

Mein Lieblingssalat stammt von meiner Großmutter, einer Dänin. Man braucht dazu junge Kartoffeln – die sind schnittfester. Dazu kommen Radieschen, Gurken und gekochter Hinterschinken. Man kocht die ungeschälten Kartoffeln am besten gleich in Brühe, das macht sie schmackhafter und man muss später nicht so viel nachwürzen. Beim Abgießen die Brühe aufheben!

Die gekochten Kartoffeln einen Tag lang in kaltem Wasser abkühlen lassen und dann schälen und schneiden. Radieschen und Gurken in Scheibchen schneiden, den (schon in Scheiben erhältlichen) Schinken würfeln und dazugeben. Frischen Schnittlauch darüber geben und mit der aufgefangenen Brühe etwas Flüssigkeit wieder dazugeben. Nur noch mit Pfeffer und Salz abschmecken, schon ist der Salat fertig.

Wir hatten den Salat immer noch über Nacht im Kühlschrank, damit alles noch mal schön durchzieht. Wenn wir am nächsten Tag schwimmen waren, war dieser Salat meistens dabei, und wir verspachtelten ihn nach dem Sport mit wachsender Begeisterung.